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Spielervermittler im Fußball und der Vorsteuerabzug

August 7, 2015
Ignacio Ordejón Zuckermaier, Rechtsanwalt
Ignacio Ordejón Zuckermaier, Rechtsanwalt

Unter welchen Bedingungen ein Bundesligaverein berechtigt ist, die Vorsteuer aus Spielervermittlerverträgen abzuziehen, hat das Finanzgericht Düsseldorf mit Datum, vom 27.05.2015 (1 K 3636/13 U) entschieden. Nachdem bereits die erste Entscheidung des Gerichts vom Bundesfinanzhof an das FG zurückverwiesen worden war, konnte das FG nun im zweiten Rechtsgang seine Entscheidung präzisieren.

Die entscheidende Frage, ob zwischen dem Spielervermittler und dem Verein überhaupt ein Leistungsaustausch stattgefunden hatet, wurde durch das Gericht in denjenigen Fällen bestätigt, in denen – kurz gefasst – die folgenden Kriterien gegeben waren:

1. Es lag eine Vermittlungs- und Maklervereinbarung seitens des Vereins gegenüber dem Vermittler vor. In dem entschiedenen Fall reichte auch eine „Zahlungsvereinbarung“, weil genug Zeugen  dargelegt hatten, dass in tatsächlich ein Maklerauftrag erteilt worden war.

2. Das damals unter dem Spielervermittler-Reglement 2001 geltende Doppelvertretungsverbot der FIFA bindet die Parteien nicht in zivilrechtlicher Hinsicht. Zudem dürfte durch die jüngste Aufhebung dieses Verbots (zum 01.05.2015) ohnehin keine Bindungswirkung mehr bestehen.

3. Es muss nachweisbar sein, dass der Verein aufgrund einer internen (Scouting-) Entscheidung wegen des Bedarfs auf einer bestimmten Position den Kontakt zu dem Spielerberater gesucht und diesen beauftragt hat, einen entsprechenden Spieler vorzustellen. Es darf also nicht so sein, das der Spielerberater (weder im Falle von Neuverpflichtungen noch bei etwaigen Vertragsverlängerungen) selbst an den Verein herangetreten ist.

4. Die Leistung des Vermittlers darf nicht nur darin bestanden haben, das Angebot des Vereins zu übermitteln, sondern er muss beauftragt worden sein, den Verein durch Einwirkung auf den Spieler darin zu unterstützen, dass der Spieler das Angebot annimmt, die Parteien zusammenzubringen und Mittelsmann bei schwierigen Verhandlungen zu sein.

5. Es muss nachweisbar sein, dass es seitens der Spieler keine Verpflichtung gab, den Vermittlern für Ihre Leistung im Zusammenhang mit einem Transfer oder einer Verlängerung eine (gesonderte) Vergütung zu entrichten. Im entschiedenen Fall gab es zumindest einige Fälle, in denen eine Mangementvereinbarung zwischen Spieler und Vermittler existierte, nach der eine solche Vergütung geschuldet war. Dann hätte es sich aber um ein umsatzsteuerrechtlich bedeutsames „Entgelt von Dritter Seite“ gehandelt, mit der Folge, dass nur ein teilweiser Vorsteuerabzug gewesen wäre.

6. Die Rechnungen müssen formell und inhaltlich richtig gestellt worden sein.

Das Gericht hat darauf hingewiesen, dass der Hinweis des BFH auf die formellen Voraussetzungen von Vermittlungsverträgen des FIFA Spielervermittler-Reglement 2001 ins Leere führte, da die in dem Verfahren streitigen Verträge vor Inkrafttreten dieses Reglements vereinbart worden waren. Für alle Verträge, die zwischen diesem Zeitpunkt und den neuen Reglement, das zum 01.05.2015 in Kraft getreten ist, abgeschlossen worden sind, wird dieser Punkt von Vereinen, die sich auf den Vorsteuerabzug von Spielervermittlungsleistungen berufen wollen, besondere Beachtung finden müssen.